Sie sind hier: Startseite Woche der Botanischen … 2016 - Woche der Botanischen …

2016 - Woche der Botanischen Gärten

Fotos: Bernd Neelshen

Hier können Sie den Radiobeitrag vom SWR über die Woche der Botanischen Gärten "Garten = Theater: Pflanzen in Shakespeares Welt" hören.

Vom 11. bis 19. Juni 2016 fand zum dreizehnten Mal die „Woche der Botanischen Gärten“ statt.
Das Thema ist dem 400sten Todesjahr William Shakespeares gewidmet und lautet:
"Garten=Theater: Pflanzen in Shakespeares Welt".

William Shakespeare (1564-1616), der bedeutendste Dramatiker unseres Kulturkreises, erwähnt in seinen Stücken etwa 120 Pflanzenarten. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um damals in England heimische oder in Gärten kultivierte Arten.

Das Pflanzenwissen der Theatergänger: Offenbar kannten sich Shakespeare und seine Zuhörer mit Pflanzen gut aus. Shakespeare „dekoriert“ die fast leere Bühne seiner Zeit in den Köpfen seines Publikums mit imaginären Pflanzen und gestaltet mit pflanzlichen Objekten seine überbordenden, oft zotigen Wortspiele bildreich aus.

Die Pflanzenverwendung: In der Regel werden die Pflanzen ganz gezielt eingesetzt. Als „Wortkulissen“ rufen sie beim Publikum im elisabethanischen Theater ganz bestimmte Bilder von Szenerien und Landschaften hervor. Der „Feenhügel“ im „Sommernachtstraum“ mit seinem duftenden Geißblatt, den Veilchen und dem Quendel ist geradezu sprichwörtlich geworden. Oft spielen Gift- oder Heilpflanzen ihre Rolle als konkrete Objekte im Handlungsgefüge. Die Symbolik vieler Bilder ist bis heute nachvollziehbar, wie z.B. die „Lilie“ (gemeint ist hier zum Teil die Iris als Symbol des französischen Königshauses) oder die Rosen (man denke an die „Rosenkriege“ genannten Bürgerkriege der Zeit um 1480, die Shakespeare in den insgesamt zehn Historiendramen untersucht und darstellt). Aber auch damals sensationelle gärtnerische Neuheiten wie die Schachbrettblume finden Erwähnung.

Die „Woche der Botanischen Gärten“ im Shakespeare-Jahr 2016 vermittelt mit ihrem Motto zwischen Botanik, Theater und Kunst und will auch zur Reflexion über unser historisches und heutiges Verhältnis zur Pflanzenwelt einladen. Dazu dient ein vielfältiges Angebot mit Führungen, Vorträgen, Festen, und Konzerten. Als gemeinsames Projekt zeigen zahlreiche Botanische Gärten von München bis Wien und von Bremen bis Freiburg eine Ausstellung zum Thema „Garten=Theater – Pflanzen in Shakespeares Welt“.

WocheBG2016 Granatapfel