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Unterwuchs im Tropischen Regenwald


Problem Licht am Waldboden

Die unter  "das Stockwerkmodell des Waldes" erwähnte vertikale Schichtung und die große Pflanzenfülle der immergrünen trop. Regenwälder bewirkt, dass der Lichteinfall auf den Waldboden geringer ist als in den Laubwäldern der gemäßigten Zone. Diese Tatsachen und die auf Grund des asynchronen Laubwechsels nie vollständige Entlaubung eines Waldstückes haben in den Tropenwäldern eine geringere Vielfalt des krautigen Unterwuchses zur Folge. Das saisonale „Kahlstehen“ der Laubwälder unserer Breiten erklärt das in gemäßigten Zonen häufige Auftreten krautiger Geophyten (= Pflanzen, die nach der Blüte einziehen und als Zwiebel, z. B. Bärlauch, oder Knolle, z. B. Aronstab, überdauern), die im Frühjahr vor Beginn des Laubaustriebes blühen.

Die meisten Pflanzen des tropischen Unterwuchses besitzen großflächige relativ zarte Blätter, die eine maximale Lichtabsorption erlauben. Einige der derbblättrigen Arten sind wegen ihres geringen Lichtbedürfnisses beliebte Zimmerpflanzen, so z. B. verschiedene Begonienarten und Vertreter aus der Familie der Aronstabgewächse wie das Fensterblatt (Monstera deliciosa), die verschiedenen Flamingoblumen (Gattung Anthurium) und die Dieffenbachia. Die stärkereichen Kriechsprosse einiger Araceen wie Alocasia macrorhiza und Colocasia esculenta finden als Nahrungsmittel Verwendung.

 


 

Lichtungen und Waldrand

An Waldlichtungen bilden die verschiedenen Bananenarten (Familie Musaceae) dichte Bestände. Interessant ist, dass es sich bei den Bananengewächsen durchweg um Stauden mit waagrecht wachsendem Kriechsproß handelt. Die bis zu 7 m hohe Bananenpflanze wird durch die steifen ineinander geschachtelten Blattscheiden gebildet, besitzt also keinen verholzten Stamm. Unter den ursprünglich in Ostasien heimischen, heute über die ganzen Tropen verbreiteten Arten der Gattung Musa finden sich viele wichtige Kulturpflanzen der Tropen. Neben den bekannten Obstbananen sind vor allem die Mehlbananen als Stärkelieferanten und die Textilbananen (Manilahanf) zu nennen.

Ebenfalls zum lichtliebenden Unterwuchs an Waldrändern oder Lichtungen gehören die dichte Bestände bildenden Bambusarten, wie der Riesenbambus (Dendrocalamus giganteus) aus Burma und verschiedene Palmen- und Schraubenpalmarten.
Diese besitzen wie alle Palmengewächse einen schlanken über seine gesamte Höhe gleichmäßig dicken Stamm, der dadurch entsteht, dass durch die fehlende Sekundärholzbildung der endgültige Stammdurchmesser schon zu Beginn des Längenwachstums festliegt.
Beispiele hierfür sind

  • die das Palmöl liefernden Ölpalmen der Gattung Elaeis, die eher subtropische Gebiete besiedeln
  • die Phoenixarten mit der Dattelpalme (Phoenix dactylifera)
  • sowie die im tropischen Küstenbereich wachsende Kokospalme (Cocos nucifera).
  • Bei den Vertretern der Gattung Pandanus werden zur Stabilisation der dünnen Stämmchen am Stamm kräftige Adventivwurzeln ausgebildet, die sich später im Boden verankern.

 

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